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LEW ließ Stromleitungen zwischen Biessenhofen und Bidingen mit Sichtgittern verkleiden - Online-Artikel auf all-in.de
Transskription des Online-Artikels "LEW ließ Stromleitungen zwischen Biessenhofen und Bidingen mit Sichtgittern verkleiden", erschienen am 06.03.2011 auf all-in.de
LEW ließ Stromleitungen zwischen Biessenhofen und Bidingen mit Sichtgittern verkleiden
Zentimeterarbeit in luftiger Höhe
Mancher Autofahrer warf diese Woche eher einen Blick in die Luft als auf die B12 vor Marktoberdorf. Denn dort schwebte ein Hubschrauber über den Stromleitungen, aus dem ein Mann waghalsig Teile an der obersten Leitung montierte.
Vogelschutz Stromleitungen Die spektakuläre Aktion wurde im Auftrag der Lechwerke (LEW) mit einem speziellen Hubschrauber gemacht, um die neue Stromleitung von Biessenhofen nach Bidingen für Vögel sicherer zu machen, erklärt Richard Agerer, Pressesprecher der Firma.
Für die neue Leitung (siehe Zahlen & Fakten) hatte die LEW auch Auflagen bekommen, wozu das Anbringen von Vogelschutzplatten auf bestimmten Abschnitten gehöre. Damit soll verhindert werden, dass Vögel die Leitungen bei besonderem Lichteinfall übersehen und dagegen fliegen.
«Einzige Maschine weltweit»
Auf der Strecke zwischen Biessenhofen und Bidingen seien das drei bewaldete Abschnitte, in denen etwa alle 25 Meter ein Markierungsplättchen an die Leitung gehängt werde - rund 10000 Euro koste die Aktion, erläutert Agerer. Dafür wurde ein zweimotoriger Spezialhubschrauber von «Rotorflug» mit einem RWE-Netzservice-Techniker angefordert. «Das ist derart die einzige Maschine weltweit», erklärt der Freileitungsmonteur Wolf Zander. Denn der A 109 ist mit zwei Turbinen, Einziehfahrwerk und anderen Umbauten ausgerüstet, um unmittelbar an Leitungen arbeiten zu können.
«Ich habe die Außenanlage mitentwickelt», sagt Zander. Aber trotz der Extras und 420 PS sei der Hubschrauber «gutmütig und ruhig», meint Pilot Christian Tyrock. Der 33-Jährige muss damit auch zentimetergenau arbeiten, und zwar zumeist auf Weisung des Freiluftmonteurs. Während der Pilot den Anflug macht, muss Zander auf einem Extrasitz leicht außerhalb des Fluggerätes die letzten Meter dirigieren: Bis auf rund einem halben Meter muss der Hubschrauber an die Leitung, dann muss der Freiluftmonteur den Potenzialausgleich machen: Eine große Klemme, die mit Draht mit der Kanzel verbunden ist, an der Leitung anbringen, damit die Spannung zwischen Hubschrauber und Leitung ausgeglichen wird.
Danach muss der Pilot noch näher ansteuern, wobei der hintere Teil des Hubschraubers seitlich von den Leitungen abstehen muss, aber zugleich Zander so nahe an der Leitung sein, dass er die Plättchen einhängen und danach mit Draht befestigen kann.
12000 Teile montiert
Doch der 45-Jährige bleibt dabei gelassen: «Wir machen das schon lange und noch nie ist etwas passiert», erzählt Zander. Rund 12000 Vogelschutzteile habe er schon montiert und etwa 600 Seilschäden repariert. Letztere reichen von Blitzeinschlag über Korrosion bis zu Durchschüssen. Denn manchmal würden Jäger statt Vögel wohl die Seile treffen und in jüngster Vergangenheit sei es in Mode gekommen, die Flugwarnkugeln auf den Leitungen zu beschießen, berichtet er.
Für die LEW ist die «seltene Aktion» trotz des Aufwandes günstig: Denn ein Einsatz von der Erde aus sei im unwegsamen Gelände teurer als der Hubschrauber, da bei dem Einsatz aus der Luft nicht die Leitungen stillgelegt werden müssten, so Agerer.








